Als wir die Grenze zu Paraguay übertraten, schien alles in Ordnung zu sein. Das Land ist wunderschön übersäht von Dschungel. Man kann hier auch einige geführte Touren buchen und in den Dschungel gehen um wilde Jaguare zu sehen. Allerdings kam es bei uns ein wenig anders als wir gedacht haben.

Wir fuhren mit einem kleineren Bus (im Vergleich zu den Standardbussen) Richtung Asuncion. Es dämmerte bereits und wir befanden uns irgendwo zwischen der Landesgrenze und der Hauptstadt. Plötzlich viel uns eine Strassensperre auf und der Bus stoppte. Der Busfahrer öffnete die Tür und herein kamen zwei Personen in Militäruniformen. Sie forderten ein paar Fahrgäste auf, ihre Reisedokumente zu zeigen und kamen dann schnurstracks auf uns Touristen zu. Ich nahm meine Papiere hervor und wollte sie den zwei Militärs zeigen, doch sie wollten meine Papiere nicht sehen. Stattdessen forderten sie meinen Kumpel auf seinen Reisepass zu zeigen, was er auch ohne Widerspruch tat.

Was dann geschah, war ein ganz klarer Fall von der in Paraguay vorherrschenden Korruption. Sie befahlen meinem Kumpel aus dem Bus auszusteigen und hinter den Bus zu gehen, wo bereits einige andere bewaffnete Militärs standen. Dann hielten sie ihm den Pass unter die Nase und sagten ihm, dass er illegal nach Paraguay eingereist sei. Tatsächlich war in seinem Pass ein Ausreisestempel drin. Ich und meine Kollegin untersuchten unsere Pässe ebenfalls und sahen, dass wir einen normalen Einreisestempel im Pass hatten. Wie konnte es sein, dass wir drei hintereinander beim selben Zöllner eingereist waren und nur einer einen falschen Stempel im Pass hatte? Dann fiel bei uns der Groschen! Mein Kumpel hat von Natur aus blonde Locken und das ist in Paraguay sehr selten anzutreffen, was ein super Erkennungsmerkmal abgibt. Auf diese Weise konnte der Zöllner sicher gehen, dass die Militärs, welche uns kontrollierten, auch die richtige Person genauer unter die Lupen nehmen würden. Anschliessend folgte die obligatorische Androhung einer Busse oder Gefängnis. Da wir aber von Brasilien her eingereist waren und somit noch keine Möglichkeit hatten, paraguayische Guarani zu beziehen, hatten wir nur ca. 50 Reais auf uns. Diese nahmen sie uns auch gleich ab um noch „ein wenig Benzin für die Militärflotte“ zu kaufen, so ihre Begründung.

Nach dieser nicht ganz so angenehmen Erfahrung ging es dann endlich weiter nach Asuncion. Die Stadt hat für Touristen nicht allzu viel zu bieten, ausser man kennt Einheimische, dann findet man die Spots, die wirklich gut sind. Da wir uns in dieser Stadt nicht wirklich wohl fühlten, sind wir so schnell wie möglich nach Resistencia in Argentinien weiter gereist. Allerdings war die Ausreise aus Paraguay nochmals mit ein wenig Herzklopfen verbunden, da mein Kumpel immer noch den falschen Stempel im Pass hatte. Zum Glück nahm es der Zöllner nicht so genau und wir konnten ohne weitere Probleme ausreisen. Nach dem Grenzübertritt kamen wir mit einem schwedischen Pärchen in Kontakt (beide ebenfalls blond), welche dasselbe Spielchen erlebt haben.

 

  • slide
  • slide